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        ROBUST, LANGLEBIG UND WIEDERBESOHLBAR

        Als Machart bezeichnen wir Schuhmacher, wie der Schaft eines Schuhs, also das Oberteil und die Sohle miteinander verbunden werden. Im Laufe der Zeit haben sich verschiedene Arten Schuhe herzustellen entwickelt. Es gibt aber nur zwei Arten, um wirklich robustes und langlebiges Schuhwerk zu produzieren: Zwiegen?ht und klebegezwickt. Genau aus diesem Grund haben wir uns bei Hanwag für diese Macharten entschieden.

        Wir sind damit der einzige deutsche Hersteller von Berg- und Trekkingschuhen, der s?mtliche Schuhe zwickt, oder auf die alte Kunst des Zwien?hens zurückgreift. Nebenbei erhalten wir damit eine traditionelle Handwerkskunst, die nur noch von wenigen Schuhmachern beherrscht wird. 
        Dank gezwickter und zwiegen?hter Machart sind alle Hanwag Modelle neu besohlbar. Die Wiederbesohlung von Schuhen, die perfekt eingelaufen sind und bereits Jahrzehnte auf dem Buckel haben, erfüllt uns mit Stolz. 


        ECHT ZWIEGEN?HT

        Seit mehr als 90 Jahren fertigen wir robuste Lederstiefel nach der echt zwiegen?hten Machart.

        Wir k?nnen behaupten, dass wir zu den wenigen Schuhmachern geh?ren, die noch heute diese traditionelle und handwerklich anspruchsvolle Machart beherrschen. Zun?chst stanzen wir die Brandsohle (die bezeichnet man gerne als ?Herzstück“ des Schuhs, weil sie von au?en sp?ter nicht sichtbar ist) aus und heften diese auf den Leisten. Dann geht es an die erste Naht, die so genannte Einstechnaht: Wir n?hen das Oberleder mit dem Futter und der Brandsohlenlippe (das ist eine Erhebung am Rand der Brandsohle) zusammen. Ist diese erste Naht fertig, muss man ?ausschlagen“. Das hei?t, wir legen Oberleder und Futter im rechten Winkel nach au?en. Bei einigen Modellen kommt au?en noch der Rahmen dazu. In dieser Position entfernen wir mit einem scharfen Werkzeug den überstand von Vorder-, Hinterkappe und vom Futter. Der überstand, also das ?Zuviel“ an Oberleder bleibt – wir n?hen es bei der zweiten Naht mit um. Diese zweite Naht ist jetzt an der Reihe. Man nennt sie Doppelnaht, sie verbindet Oberleder, Rahmen (bei einigen Modellen) und Zwischensohle. Das Oberleder ist so fest durch zwei N?hte mit dem Schuhboden verbunden. Fertig ist der echt ?zwiefach“ Gen?hte!


        Das war die Erkl?rung der ?echten“ Variante, die wir ausnahmslos bei Hanwag anwenden. Viele Hersteller fertigen ?verf?lschtes“ zwiegen?htes Schuhwerk. Wie das funktioniert kannst du unten nachlesen. Aber auch bei dieser traditionellen Machart ist die Zeit nicht stehen geblieben. Früher musste man als ?Preis“ für die lange Haltbarkeit der echt Zwiegen?hten eine gewisse – nicht immer angenehme – Einlaufzeit aufbringen. Heute sorgen moderne Polstersch?ume, weiche Futterleder und handwerkliches K?nnen dafür, dass Zwiegen?hte nur eine kurze Einlaufzeit ben?tigen – manchmal sogar gar keine!



        GEZWICKTE MACHART

        Bei Hanwag fertigen wir s?mtliche Modelle, die nicht nach alter Handwerkskunst zwiegen?ht werden, in gezwickter Machart.


        Bei diesem handwerklich anspruchsvollen und aufw?ndigen Verfahren zieht der Schuster den Schaft über den Leisten nach unten über die Brandsohle und fixiert diesen, so dass eine Einheit entsteht. Unter hohem Druck werden Schaft und Brandsohle verklebt. Anschlie?end werden Zwischen- und Laufsohle montiert. Das ist der eindeutig beste Kompromiss aus langer Haltbarkeit, hoher Performance und vertretbarem Aufwand. Die gro?en Vorteile des klebegezwickten Schuhwerks sind eine besondere Formbest?ndigkeit und Langlebigkeit bei der richtigen Pflege.

        Wir sind vermutlich der weltweit einzige Hersteller, der auch alle Halbschuhe zwickt. Der Nachteil des Klebezwickens ist eine sehr aufw?ndige Produktion, die den Schuh etwas teurer macht. Falls die Laufsohle verschlissen ist, kann der Schuh ohne Probleme neu besohlt werden. Das machen wir bei Hanwag in Vierkirchen selbst. Vielen Kunden nehmen diesen Service gerne in Anspruch, schlie?lich sind ihre Schuhe perfekt eingelaufen. Und h?ufig ?kleben“ daran wunderbare Erinnerungen. Immer wieder erhalten wir Schuhe zur Wiederbesohlung, die schon Jahrzehnte auf dem Buckel haben. Da blüht unser Handwerkerherz voller Stolz auf.




        INSIDERWISSEN: Warum ?Echt Zwiegen?ht“?

        Viele Hersteller fertigen ?verf?lschtes“ zwiegen?htes Schuhwerk. Die Optik der Doppelnaht t?uscht dabei eine hohe Qualit?t vor, die aber leider nicht existiert.

        Wie funktioniert ?falsch Zwien?hen“? Nach dem Einstechen (also der ersten Naht, die identisch zur echten Variante ist) werden nicht nur überst?nde an Vorder-, Hinterkappe und Futter entfernt, sondern auch vom Oberleder. Die Doppelnaht wird dann ?nur“ noch zwischen Rahmen und Zwischensohle gezogen. Das hei?t, das Oberleder wird kein zweites Mal mehr eingen?ht. Einen ?echt“ Zwiegen?hten erkennt man also am sichtbaren Oberleder am Sohlenrand. Bei ?falsch“ Zwiegen?hten sieht man es nicht. Es ?verschwindet“ sozusagen im Schuh. 

        übrigens gibt es auch eine dritte, noch ?st?rker gef?lschte Variante“: Schuhwerk, das zwar auf den ersten Blick zwiegen?ht scheint, das sich aber bei n?herer Betrachtung als vollst?ndig geklebt herausstellt.

        Bei genauerem Hinsehen erkennt man, dass es sich um einen flexiblen Schuh mit herk?mmlicher Fertigsohle handelt, der lediglich zweimal gedoppelt ist und so einen zwiegen?hten Schuh vort?uscht.Am Ende kommt es aber nicht auf die Optik an. Was z?hlt, sind Haltbarkeit und Stabilit?t des Schuhs.

        Und da unterscheiden sich die scheinbar so ?hnlichen Macharten erheblich: Bei den "falsch" Zwiegen?hten fehlt das vern?hte Oberleder als ?Stabilisator“ – der Schuhboden h?ngt nur am Rahmen. Zwar ist auch die Zwischensohle mit dem Schaft verklebt, aber eine Naht h?lt wesentlich mehr als der beste Klebstoff. Das hei?t konkret: wenn Rahmen oder Doppelnaht rei?en, kann man den Schuh nicht mehr reparieren. 

        Bei uns kommt das keinesfalls in den Schuhkarton. Unsere Zwiegen?hten sind allesamt ?echt“ und ausnahmslos zwiegen?ht.




        INSIDERWISSEN: Gestrobelte Schuhe, was ist das?

        Das ?Strobeln“ ist eine Machart die zwar preisgünstiger, aber weit weniger solide als das Zwicken ist. Die Brandsohle wird dabei mit der, nach ihrem Erfinder benannten, Strobelnaht an den Schaft gen?ht. Anschlie?end wird die Sohleneinheit angespritzt. Vor allem bei Lauf- und Sportschuhen wird diese Machart angewendet, da diese sehr flexibel sein müssen. Für solide und stabile Wander-, Trekking- oder Bergschuhe ist das ?Strobeln“ allerdings nicht geeignet. Hanwag stellt keine Schuhe nach der gestrobelten Machart her. Gestrobelte Schuhe kann man erkennen, wenn man die Innensohle herausnimmt: dann offenbart sich die von der Brandsohle zum Schaft umlaufende Strobelnaht.

        Nach welcher Machart die Schuhe hergestellt sind, erkennt man leicht an der Naht, wenn man die Innensohle herausnimmt: 

        ZWIEGEN?HTE MACHART

        Bei zwiegen?hten Stiefeln verl?uft die Naht nicht innen sondern au?en.

        GEZWICKTE MACHART

        Zwischen dem Futter und der Brandsohle gibt es keine Naht.

        GESTROBELTE MACHART

        Die Strobelnaht ist eine umlaufende Kettelnaht zwischen Schaft und Brandsohle.




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